Forstliche Denkmale in Sachsen – Osterzgebirge und Erzgebirgsvorland (Wilhelmi, H.)

18,00  Preis inkl. MwSt.

Umfang: 308 S.

Format: 17×22 cm

Leseprobe: WilhelmiDenkmaeler_Leseprobe

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Beschreibung

Vorwort

„Die Tür zur Vergangenheit
ist ohne Knarren nicht zu öffnen“
(Alberto MORAVIA).

Denkmale gleichen Momentaufnahmen aus dem Ereignisstrom der Geschichte. Sie sind gleichsam das historische Gedächtnis der Gesellschaft.
Mit Denkmalen sich zu befassen läuft darauf hinaus, Verläufe der Landesgeschichte gewissermaßen punktweise durch ein Vergrößerungsglas zu betrachten. So erschließen sich Details – nicht immer wohl als ganz scharfe Bilder, jedoch als insoweit klar erkennbare Ausschnitte, dass sie nicht selten zu einem erklärbaren Ganzen zusammengefügt werden können. Der Zugang zu dem bunten Mosaik, das überkommene Denkmale, aus bestimmten Anlässen errichtete Monumente oder angelegte Erinnerungsstätten nicht zuletzt im Walde aufzeigen, erlaubt einen tieferen Blick in den facettenreichen Spiegel der Heimatgeschichte. So erweist sich, dass Geschichte mit ihren möglichst anschaulich zu vermittelnden Wesenszügen bei aller abgeforderten Mühe auch Gegenstand anregender Beschäftigung sein kann, ganz in dem Sinne, wie es schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts einer unserer Heimatchronisten, Friedrich August LESZKE, formulierte: „Das Beste, was wir von der Geschichte haben, ist die Begeisterung, die sie weckt.“
Wäre es nicht so, wer würde dann wohl die unvermeidbaren Mühen der Suche nach Quellen und ihrer Erschließung auf sich nehmen, die oft und zumal unverhofft viel Spürsinn und Zielstrebigkeit erfordert, die nicht selten auch bleibende Unklarheiten und Fragen oder gar Misserfolge beschert? Und schließlich kann und sollte die Überlegung zum weiteren Forschen ermutigen: Wie wir mit den Malen der Erinnerung an Ereignisse in früheren Zeiten umgehen, wie wir sie zur Kenntnis nehmen, sie erhalten und pflegen, ist Ausdruck unseres Umganges mit der Vergangenheit – auch unter den Augen nachfolgender Generationen.
In der nunmehr vierten Ausgabe der Publikationsreihe „Forstliche Denkmale in Sachsen“ werden wieder Denkmale und Erinnerungsorte mit unmittelbar forstgeschichtlichem Hintergrund erfasst und vorgestellt. Dem Verfasser war daran gelegen, einige von ihnen ausführlicher – ihrem historischen Stellenwert angemessen – zu beschreiben. Aber des Weiteren folgte die Überlegung, noch einen darüber hinaus an Heimatgeschichte interessierten Leserkreis anzusprechen.
Dem großen Rahmen des Themas entsprechend ging es um die Erfassung von Denkmalen i n und a n Wäldern beziehungsweise auch in freier Flur, insoweit diese einst Waldfläche war.
Nicht zuletzt galt als Anliegen, allen interessierten Lesern für die eigene Erschließung der Faktenvielfalt mit einschlägigen Literaturhinweisen entgegenzukommen.
Wenn auf nahe dem Zeitgeschehen angesiedelte Quellen mit ihrem ureigenen Sprach- oder Schreibstil zurückgegriffen wurde, so war Absicht, dem Leser einen möglichst unverstellten Zugang dazu zu verschaffen, sich in territorialgeschichtliche Geschehnisse, Ereignisabläufe und ihre tieferen Zusammenhänge hineinzuversetzen. Zitaten ist es ja eigen, recht anschaulich Schlaglichter darauf zu werfen, mit welchem Kenntnisstand oder auch in welcher Interpretation Vergangenheit und in welcher Spezifik des wörtlichen Ausdrucks Geschichtsinhalte der Heimatliteratur zeugnishaft anvertraut wurden. So sind sie selbst von Wert als authentisches Vermächtnis; sogar auch leidige Fehler gehören dazu. Mag heute das Lesen derlei authentischer Quellen auch beschwerlich genug sein, es lohnt sich doch. Das Reizvolle ist, durch sie dem Zeitkolorit ganz nahe kommen zu können.
Hingewiesen sei im Hinblick auf die Kennzeichnung von Denkmalsstandorten darauf, dass die Angaben drei- oder auch vierstelliger Nummern der Forstabteilungen (Jagen) nicht zu Verwirrung führen sollten. In Anbetracht dessen, dass im Allgemeinen aktuelle Forstkarten kaum greifbar und jedenfalls auch nicht auf Dauer unveränderlich sind, bleiben allgemein zugängliche Wanderkarten eine der gängigen Orientierungshilfen. Aber je nach Ausgabejahr können hier die den eigentlich ein- bzw. zweistelligen Abteilungsnummern vorangestellten Ziffern variieren. Diese das betreffende Revier kennzeichnenden Ziffern wurden deshalb in dieser Publikation von Fall zu Fall in Klammern gesetzt.
Von vornherein war abzusehen, dass sich die Erarbeitung des Stoffes großenteils als sehr aufwändig erweisen würde. Wertvolle Unterstützung durch ehrenamtlich tätige Heimatforscher und Denkmalpfleger bei etlichen detaillierten Recherchen gefunden zu haben, verdient an dieser Stelle ausdrücklich gewürdigt zu werden. Dank für sachdienliche Hinweise auf schwer zugängliche Quellen sowie auf mit zu erfassende Objekte, für erwiesenes Interesse an gemeinsamen Waldbegehungen und für die Mithilfe bei der Fotodokumentation gebührt den Herren Ferdinand Bellmann †, Dresden, Heinz Bernhardt, Altenberg, Gerhard Dietze, Oberbärenburg, Manfred Gärtner, Dresden, Dr. Wolfgang Gerber, Dresden, Dr. Siegfried Gerhardt, Kipsdorf, Roland Hartmann †, Höckendorf, Eckhard Heinze, Leiter des Reviers Schellerhau, ebenso Revierförster Klausch, Frau Isolde Nitzsche, Altenberg, dem Altenberger Ortschronisten Uwe Petzold, Volker Preußler, Forstbezirk Bärenfels, Hannes Schanze, Obertshausen, und Harald Quietzsch, Dresden. Für das mir in jeder Hinsicht entgegengebrachte große Interesse und die namentlich bei sehr schwierigen Recherchen erwiesene Bereitschaft zu intensiver Zusammenarbeit bedanke ich mich ganz besonders bei Herrn Dieter Mende, Dippoldiswalde, sowie Ingenieur Horst Giegling, Geising. Die von ihnen im Laufe langjähriger ehrenamtlicher Arbeit auf dem Gebiet der Heimatforschung und der Denkmalpflege in der Region gesammelten Kenntnisse und Erfahrungen waren bei der Erschließung vieler lokalgeschichtlicher Zusammenhänge für die Erstellung dieses Manuskripts von sehr großem Nutzen.
Etwa eine vollständige Erfassung des Inventars an Denkmalen in der umschriebenen Region anzustreben, konnte nicht und sollte nicht das Ziel vorliegender Arbeit sein. Doch soll dies nicht den Blick darauf verstellen, dass Bemühungen um das Schließen verbliebener Lücken stets wünschenswert bleiben. Autor und Herausgeber möchten eine wesentliche Erfüllung ihres Anliegens darin sehen, in der Öffentlichkeit zur Erhaltung und Pflege kultureller Werte und ihrer sachkundigen Erschließung beigetragen zu haben. Als schöner Erfolg wäre vor allem zu werten, wenn es gelingen würde, auf breiterer Ebene zum Mittun bei den permanenten Aufgaben der Aktualisierung, der erforderlichen Berichtigungen und für wünschenswert gehaltenen Ergänzungen, nicht zuletzt auch zur tätigen Mithilfe bei der Erhaltung und Pflege der Denkmale anzuregen.
Auch danke ich Herrn Dr. Norbert Kessel, Remagen-Oberwinter, der sich nach Vorlage des Manuskriptes zielstrebig für die Herstellung dieses Buches verwendet hat. Nicht zuletzt gilt mein Dank Herrn Dr. habil. Bernd Bendix, Bad Schmiedeberg, der von sich aus das Lektorat übernahm.

Eine erforderlich gewordene Nachbemerkung:
Das Manuskript zu dieser Veröffentlichung der Reihe „Forstliche Denkmale in Sachsen“ als 4. Folge lag bereits im Februar 2011 für die Drucklegung vor. Leider blieb dem Sächsischen Forstverein e. V. als Herausgeber dafür die Bereitstellung von Fördermitteln versagt. Die Suche nach einer Möglichkeit, das Vorhaben auch unter den entstandenen Finanzierungsproblemen zu realisieren, hatte einen großen Zeitverzug zur Folge. Schließlich kam mit dem jetzt gefundenen Verlag eine sehr konstruktive Zusammenarbeit zustande, die ausdrückliche Anerkennung verdient.
Die eingetetretene Verzögerung der Herausgabe dieses Bandes bedingte eine Manuskriptüberarbeitung. Diese erfolgte gemäß den weiterhin erlangten, aktuellen Sachinformationen sowie den zwischenzeitlich auch weitergeführten eigenen Recherchen. Angesichts des Umfangs der Objekte, deren Erfassung und Dokumentation sich über lange Jahre erstreckte, musste allerdings auf eine wirklich umfassende Aktualisierung verzichtet werden. So kann zum Beispiel nicht unbedingt ausgeschlossen werden, dass das eine oder andere beschriebene Denkmal mit seinem Umfeld inzwischen ein verändertes Erscheinungsbild bietet oder leider gar nicht mehr vorhanden ist. Dahingehende sowie ergänzende Informationen, auch Hinweise auf verbliebene Unklarheiten und auf Irrtümer werden vom Autor stets dankbar entgegengenommen.
Dr. Herbert Wilhelmi
Tharandt, im Mai 2014

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